400 Euro Job – worauf ist zu achten?

400 Euro Job

400 Euro Job – Benjamin Thorn / pixelio.de


Anstatt einen Halb- oder Ganztagsjob anzunehmen, arbeiten immer mehr Menschen in Deutschland
in einem 400 Euro Job. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich: entweder sie möchten es
nicht anders oder sie bekommen keinen anderen Job. Doch welche Motivationen auch immer hinter
dieser auch als Minijob bekannter Anstellungsform steckt, man sollte einige wichtige Dinge wissen.

Nach dem deutschen Sozialversicherungsrecht handelt es sich bei einer geringfügigen
Beschäftigung um ein Beschäftigungsverhältnis mit einem geringen, in der Höhe festgelegten
Arbeitsentgelt. Es kann sich nach dem Gesetz aber auch um eine Beschäftigung für einen nur recht
kurzen Zeitraum handeln. In der Praxis bedeutet dies, dass der Arbeitnehmer nicht mehr als 400
Euro pro Monat verdient bzw. nur einen kurzen Zeitraum im Kalenderjahr einer Beschäftigung
nachgeht.

Besonderheiten der geringfügigen Beschäftigung

Der Minijob, auch Mikrojob genannt, zeichnet sich durch eine ganze Reihe von Besonderheiten
aus, die sich nicht nur auf den geringen monatlichen Verdienst oder kurze Beschäftigungszeiten
beziehen. Für den Arbeitnehmer beispielsweise ist das geringfügige Beschäftigungsverhältnis
sozialversicherungsfrei. Dies bedeutet, dass er keine Abgaben an die Sozialversicherung zu
leisten hat und in der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung
versicherungsfrei ist. In Bezug auf die Krankenversicherung gilt für ihn die Familienversicherung,
sofern er nicht über weitere Einkommen verfügt.

Der Arbeitgeber eines geringfügig Beschäftigten muss unabhängig davon ob der Beschäftigte
versicherungsfrei oder nicht versicherungspflichtig ist, Beiträge an die gesetzliche
Krankenversicherung (13%) und Rentenversicherung (15%) zu leisten. Hinzu kommen bestimmte
Umlagen, wie 0,7 % Umlage U1 (Entgeltfortzahlung bei Krankheit), 0,14 % Umlage U2
(Aufwendungsersatz für Schwangerschaft) und 0,04 % Umlage U3 (Insolvenzgeldumlage). Hinzu
kommen eine Pauschalsteuer von 2 % und ein individueller Beitrag für die Unfallversicherung.

Besonderheiten gibt es auch im Lohnsteuerrecht. Seit dem 1. April 2003 ist ein Minijob stets
steuerpflichtig und unterliegt einem Pauschsteuersatz von 2 % (inkl. Solidaritätszuschlag und
Kirchensteuer). Dies ist aber nur dann der Fall, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

− es handelt sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis nach dem
Sozialversicherungsrecht
− der Arbeitgeber entrichtet einen pauschalen Rentenversicherungsbeitrag von 12 % bzw. 5 %.

Nicht unter die 2prozentige Besteuerung, sondern mit einem Steuersatz von 20 Prozent Lohnsteuer,
fällt eine geringfügige Beschäftigung, wenn der Arbeitgeber keine pauschalen Beiträge zur
Rentenversicherung entrichtet. Dies ist der Fall, wenn:

− das Entgelt aus mehreren Minijobs die Grenze von 400 Euro monatlich übersteigt
− der Arbeitnehmer neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung mehrere
geringfügige Beschäftigungen ausübt.

Achtung – eine Beschäftigung daheim ist kein Minijob

Viele Menschen sind an Jobs interessiert, die sie von zu Hause aus erledigen können. Leider ist
der 400 Euro Job nicht breit gesät. Wer von zu Hause aus Geld verdient, beispielsweise mit Jobs
im Internet, der gilt nicht als geringfügig beschäftigt, sondern ist selbständig. Lohnen kann sich
dies finanziell aber dennoch, denn man kann auch nebenberuflich selbständig sein und sein Geld
beispielsweise mit einer Affiliate-Webseite verdienen und dennoch weniger Auflagen haben, als
ein „richtiger“ Selbständiger. Wie man auf diese Art und Weise ein Taschengeld und auch mehr
verdienen kann, kann man beispielsweise im Internet nachlesen.

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